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"Wir nehmen uns in die Pflicht"

Von Maria Leistner
Nach der Arbeit kommt nun endlich das Vergnügen: Die Jugendlichen in
Unterringingen haben jetzt ganz offiziell ihren "Knascht" übernommen. So nennen
sie ihr Jugendheim, das sich im ehemaligen Lagerhaus befindet. Sechs junge Leute
zwischen 16 und 19 Jahren haben dabei das Sagen - und die Verantwortung
übernommen, dass der Betrieb ordentlich läuft und auch der Jugendschutz
eingehalten wird.
Wo der Name "Knascht" herkommt, weiß keiner mehr so genau. "Wir nannten den
Bunker auch schon so", sagt Steffen Epple. Der Bunker, das war ein drei mal fünf
Meter großer Raum in einem Stall von Werner Wiedemann. Vielleicht kam es den
Jugendlichen manchmal wie ein "Knascht" vor, aber einer mit drei Sternen. Denn
wohl gefühlt haben sie sich dort. "Doch auf Dauer wurde es etwas zu eng",
erzählt Andreas Wiedemann. Er ist mit 19 Jahren der Älteste im Führungsteam des
Jugendheims und sieht die Verantwortung mit Gelassenheit. "Wir kriegen das
hin."
Dass sie es hinkriegen werden, davon zeigten sich auch die Erwachsenen
überzeugt. Bürgermeister Michael Holzinger ist voll des Lobes für die jungen
Leute. "Sie haben viel Zeit in die Renovierung gesteckt, die aufwändige Decke
zum Beispiel selbst installiert." Und auch bei den Vorgesprächen über die
Jugend- und Hausordnung zeigten sich die jungen Leute verantwortungs- und
selbstbewusst. Eine ganz neue Erfahrung für sie war dabei, wie viel Bürokratie
mit einem Jugendheim verbunden sein kann. "Im privaten Rahmen achteten wir
natürlich auch darauf, dass alles geordnet lief. Aber mit den Räumen in einem
öffentlichen Gebäude sieht es anders aus", sagt Andreas Wiedemann. Und so wurde
die Jugendfeuerwehr der Träger der Einrichtung, die neben dem Jugendwart Dietmar
Ganzenmüller fünf Jugendliche bestimmte (Steffen Epple, Axel Spielberger,
Sebastian Wanner, Andreas Wiedemann, Daniel Wolfinger), die das Haus- und
Schlüsselrecht ausüben dürfen.
Wer die Räume aufschließt, ist für den ordnungsgemäßen Betrieb
verantwortlich. "Da wechseln wir uns ab", sagt Daniel Wolfinger. Denn an den
fünf Öffnungstagen können nicht immer alle zur selben Zeit anwesend sein. Alle
wissen aber, dass sie auch mal forscher auftreten müssen, damit der Jugendschutz
eingehalten wird. In der Praxis wird das gut laufen. Da sind sich die
Jugendlichen sicher. "Wir haben das schon zur WM ausprobiert", erzählt Andreas
Wiedemann. Vergangenen Sommer erlaubte die Gemeinde, das Jugendheim probeweise
in Betrieb zu nehmen. Die Deutschlandfahne hängt seither an der Wand, ein
Fernseher steht im Eck.
Der Raum ist gemütlich. Mit Sofas, Eckbank und Theke. "Wir fragten herum, wer
etwas für uns hat", berichtet Daniel Wolfinger. Die Bürger zeigten sich
spendabel, einen Teil der Einrichtung organisierte Werner Wiedemann, Gemeinderat
und Vater von Andreas. "Er hat sich für uns reingehängt", zollen ihm die
Jugendlichen großes Lob. Nicht nur bei der Beschaffung der Einrichtung, sondern
auch bei der Sanierung. Fördermittel gab es keine, aber der Kreisjugendring und
dessen Chefin Susi Ahle unterstützte das Projekt.
Das ehemalige Lagerhaus, das heute nicht nur Jugendheim, sondern auch
Feuerwehr und Gemeindesaal beherbergt, hatte eine Generalüberholung dringend
nötig. Viele tausend Stunden wurden dabei von einer Hand voll Mitarbeitern
investiert.
Öffnungszeiten:
Montag und Mittwoch von 16.30 bis 22 Uhr
Freitag von 17 bis
24 Uhr
Samstag von 14 bis 17 und von 19 bis 24 Uhr
Sonntag von 14 bis 17 und
von 19 bis 22 Uhr
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Donau-Zeitung vom 24.01.2007
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