 Höhenlage
494m max. / 478m min. NN

Chronik
>>>Dokumente
aus alter Zeit>>>
Das Pfarrdorf Unterringingen
(489 m) liegt
6 km nordwestlich von Bissingen im oberen Teil des Kesseltals.
Unterringingen geht wohl auf
eine alamannische Gründung zurück. Unterringingen ist Urmark
und Urpfarrei für das ganze, im heutigen Landkreis Dillingen gelegene
Gebiet des oberen Kesseltales. Durch Abtrennung der Tochtersiedlungen (u.a.
Oberringingen, Leiheim, Thalheim, Warnhofen, Zoltingen) kam es, dass Unterringingen
heute über eine nur sehr kleine Gemarkung verfügt (1,50 qkm) Vorgeschichtliche
Funde reichen bis in die Mittelsteinzeit zurück..
Der Ort wird erstmals 1247 als
Ringigen genannt, was soviel bedeutet wie zu den Leuten eines Ringo. Zur
Unterscheidung von dem benachbarten Oberringingen wurde das Wort unter
beigefügt, doch tritt diese Hinzufügung erst spät auf (erstmals
1411).
In Unterringingen war seit alters
her vor allem die Herrschaft Hochhaus begütert, die 1347 an die Grafen
von Oettingen *) überging; diese hatten schon zuvor Besitz
in Unterringingen gehabt. Die Herrschaft Hochhaus besaß in 1575 zu
Unterringingen 2 Höfe, 8 Sölden und 1 Schenkstatt. Anderer Besitz
wurde 1445 von den Grafen von Oettingen an die Herren vom Stein von Diemantstein
verkauft (2 Höfe, 4 Hofstellen, Taferne), welche Herrschaft hier um
1603 noch 6 Sölden und 1 Taferne besaß. Mit der Grafschaft Oettingen,
zu der schließlich Unterringingen vollkommen gehörte, kam der
Ort im Jahre 1806 an Bayern und wurde 1807 dem Justizamt Bissingen zugeteilt.
Im Jahre 1813 bestand das Dorf aus 36 Wohngebäuden. Die Auswirkungen des
30-jährigen Krieges sind für Unterringingen durch den Pfarrer Conrad
Widenmann besonders gut überliefert. So nahmen die "schwedischen
Kriegsvölker" im Mai 1633 bei der zweitägigen Plünderung Unterringingens
alles Vieh bis auf eine Kuh, die dem Pfarrer auf sein Bitten hin
verblieb, mit. Bei 50 "Weibspersonen", darunter 2- und
3-tägige "Kindbetterinnen" führten sie mit ins Lager ab.
Den alten Schulmeister hängten sie auf, doch brachen die "strickh",
sodass er mit dem Leben davon kam. Die Schlacht von 1634 hat der
Ortspfarrer in seiner Heimatstadt Nördlingen heil überstanden. 1635
und 1636 habe kein Mensch in der "Pfarr Unterringingen"
wohnen können, "sondern sich hin und wieder in Städten und
Pfalz-Neuburg, zu Höchstadt und an anderen Orten elendiglich aufhalten
müssen". An anderer Stelle wird überliefert, dass Unterringingen
von 1635-42 ganz menschenleer und verwaist gewesen sei. Erst 1642
konnte der Seelsorger wieder eine Gemeinde in Unterringingen sammeln.
Angehörige von 12 Ungerringinger Familien - vorwiegend junge Leute
beiderlei Geschlechts - kehrten damals wieder in ihre Heimat zurück.
*) siehe auch
Chronik Grafschaft Oettingen
Unterringingen ist Sitz einer
alten Pfarrei (bereits 1247 wird erstmals ein Pfarrer von Unterringingen
genannt). Der Kirchensatz war alt-oettingischer Besitz und kam durch Schenkung
1313 an die Johanniterkomturei Kleinerdlingen. Im Jahre 1556 wurde in Unterringingen,
das seit Mitte des 16. Jahrhunderts zur Grafschaft Oettingen gehörte,
die Reformation eingeführt. Der Versuch der Durchführung der
Gegenreformation 1631/32 blieb ohne Erfolg, so dass Unterringingen heute
noch protestantische Pfarrei ist.
Kirchenpatron ist Laurentius,
dem in spätrömischer Zeit gerne Kirchen geweiht wurden; in der Diözese
Augsburg, aber auch in der 2. Hälfte des 10.Jahrhunderts als Folge
des Sieges über die Ungarn auf dem Lechfeld am Laurentiustag (10.
August) 955. Wohl dieser zweiten Schicht dürfte hier der Titelheilige
angehören. Die heutige Evang.-Lutherische Laurentiuskirche mit ihrem
stattlichen Chorturm lässt vier Bauphasen erkennen: Die Chorturmkirche
gehört wohl der zeit um 1400 an, wobei die Fundamente und der Unterbau
des Turmes noch in romanische zeit zurückreichen. Der Turm (33
m) erhielt 1590 seine heutige Gestalt. Das Kirchenschiff wurde 1847
nach Westen verlängert. Die um 1400 entstandene Deckenmalerei im
Chor führt Christus in der Mandorla und die Evangelistensymbole
vor. Bedeutsam ist der Epitaph für Hans von Diemantstein, gest.
1525, mit knieender Ganzfigur in Rüstung und der Schlossansicht
von Diemantstein. Die letzte Außen- und noch mehr Innenrestaurierung
wurde 1978-79 vorgenommen. 1997 fielen die jüngsten Putz- und Malerarbeiten
am Turm an.- Der ehemalige Pfarrstadel von 1825 wurde zum Gemeindehaus
der Kirchengemeinde umgebaut und am 01.12.1991 eingeweiht.
Pfarrkirche St. Laurentius
Die
ersten Nachrichten zur Schulgeschichte gehen bereits in die 2. Hälfte
des 16. Jahrhunderts zurück. Bei der Visitation von 1565 wurde anerkannt,
dass die "ganze Gemeinde und der Pfarrer dasselbsten"
einen Schulmeister, der auch Messner sein muss, benötigt. 1575 wird
bereits ein Schulmeister namentlich erwähnt. Schulhausbauten sind
für die Jahre 1667 und 1715 überliefert. Die gestiegene Schülerzahl
(1882: 106 Werktagsschüler) bedingte den Um- und Erweiterungsbau
des Jahres 1883, bei dem das nächst der Kirche stehende Schulhaus
einen zweiten, ebenfalls im Obergeschoss gelegenen Schulsaal erhielt.
Eingeschult waren damals die Protestanten von Diemantstein, Leiheim,
Oberringingen, Thalheim, Warnhofen und Zoltingen. In der Unterringinger
Schule wurde bis 1982, zuletzt als Außenstelle der Grundschule in
Amerdingen, unterrichtet. Die Grundschüler werden seither in Amerdingen
beschult. Der Abriss des Schulgebäudes erfolgte 1997, um einer Friedhoferweiterung
Platz zu machen.
Das erste Flurbereinigungsverfahren stand
im Zusammenhang der Begradigung der Kessel von Zoltingen bis Diemantstein.
Aus der Gemarkung Unterringingen waren 16,2 ha eingelgt. Am 30.04.1914
schloss die Maßnahme mit der Schlussfeststellung ab. Das Verfahren
Unterringingen II kam am 14.08.1957 zur Anordnung. Die Besitzeinweisung
in die 150 ha bereinigte Fläche erfolgte zum 20.09.1963. Im Zuge
der Flurbereinigung wurden Windschutzhecken und Feldgehölze gepflanzt.
Quelle:
Der Landkreis Dillingen a.d.Donau
> in Geschichte und Gegenwart <
Herausgegeben vom Landkreis Dillingen a.d.Donau. 3.
Neubearbeitete Auflage
Im Selbstverlag des Landkreises
Dillingen 2005
Nach Unterringingen
waren unmittelbar nach der Reformation alle Protestanten des Kesselthals
eingepfarrt und hieß vulgo "die obere Pfarrei" zum Gegensatz der
untern katholischen Pfarrei Bißingen. Diese Gemeinde zählt 204
Einwohner fast lauter Protestanten. Katholiken zählt man nur 2-3 Familien.
Aus den vorhandenen schriftlichen Quellen geht zwar die Zeit der Entstehung
dieser Pfarrei nicht hervor, allein aus der im Munde des Volkes sich erhaltenen
Eintheilung des Bezirks in "obere" Unterringingen und "untere" Bißingen
Pfarrei ist offenbar, daß diese Pfarrei vor uralten Zeiten sei gestiftet
worden; was auch aus schriftlichen Documenten hervorgeht, indem nach den
Pfarrakten Litt.3 schon im Jahre 1271 ein Vermächtniß des von
jeher nach Unterringingen eingepfarrten Kümmertshofes erwähnt
ist. Von Merkwürdigkeiten hat Unterringingen nur sein schönes
Geläute aufzuweisen. Die große Glocke ist von besonderem, lieblichen
Klange und trägt die Umschrift:
"Zu Gottes
Wort, zum stillen Grabe,
ruft dieser
Glocken Klang.
Wohl dem,
der im Herzen findt
durch Glock
und Grab den rechten Himmelsgsang."
Quelle:
Volks-
und landeskundliche Beschreibungen aus dem Landkreis Dillingen
Die Physikatsberichte
der Landgerichte
Bissingen,
Lauingen, Dillingen und Wertingen
(1858-1861)
Georg Simnacher
zum 70. Geburtstag
Bearbeitet
von Gerhard Willi
Wißner
- Verlag Augsburg
Ein Kriegerdenkmal an der Ostseite der
Kirche erinnert an die Gefallenen
beider Weltkriege
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Dorfschmiede 1927
Die Dorfschmiede Müller
war bis zum Jahre 2006 in veränderter Form erhalten.
1953 kam eine
Tankstelle
dazu.
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Diese Raiffeisenbank mit Lagerhaus
wurde Anfang der sechziger Jahre gebaut, sie wird heute anderweitig genutzt.
Ein neues Gebäude beherbergt
jetzt die Zweigstelle der Raiffeisenbank Bissingen.
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 Die
Gastwirtschaft Lamm heute

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