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Chronik


Höhenlage 494m max. / 478m min. NN

Chronik

>>>Dokumente aus alter Zeit>>>

Unterringingen ca. um 1930/Foto:Bußer

Das Pfarrdorf Unterringingen (489 m) liegt 6 km nordwestlich von Bissingen im oberen Teil des Kesseltals.
Unterringingen geht wohl auf eine alamannische Gründung zurück. Unterringingen ist Urmark und Urpfarrei für das ganze, im heutigen Landkreis Dillingen gelegene Gebiet des oberen Kesseltales. Durch Abtrennung der Tochtersiedlungen (u.a. Oberringingen, Leiheim, Thalheim, Warnhofen, Zoltingen) kam es, dass Unterringingen heute über eine nur sehr kleine Gemarkung verfügt (1,50 qkm)
Vorgeschichtliche Funde reichen bis in die Mittelsteinzeit zurück..

Der Ort wird erstmals 1247 als Ringigen genannt, was soviel bedeutet wie zu den Leuten eines Ringo. Zur Unterscheidung von dem benachbarten Oberringingen wurde das Wort unter beigefügt, doch tritt diese Hinzufügung erst spät auf (erstmals 1411).
In Unterringingen war seit alters her vor allem die Herrschaft Hochhaus begütert, die 1347 an die Grafen von Oettingen *) überging; diese hatten schon zuvor Besitz in Unterringingen gehabt. Die Herrschaft Hochhaus besaß in 1575 zu Unterringingen 2 Höfe, 8 Sölden und 1 Schenkstatt. Anderer Besitz wurde 1445 von den Grafen von Oettingen an die Herren vom Stein von Diemantstein verkauft (2 Höfe, 4 Hofstellen, Taferne), welche Herrschaft hier um 1603 noch 6 Sölden und 1 Taferne besaß. Mit der Grafschaft Oettingen, zu der schließlich Unterringingen vollkommen gehörte, kam der Ort im Jahre 1806 an Bayern und wurde 1807 dem Justizamt Bissingen zugeteilt. Im Jahre 1813 bestand das Dorf aus 36 Wohngebäuden.
Die Auswirkungen des 30-jährigen Krieges sind für Unterringingen durch den Pfarrer Conrad Widenmann besonders gut überliefert. So nahmen die "schwedischen Kriegsvölker" im Mai 1633 bei der zweitägigen Plünderung Unterringingens alles Vieh bis auf eine Kuh, die dem Pfarrer auf sein Bitten hin verblieb, mit. Bei 50 "Weibspersonen", darunter 2- und 3-tägige "Kindbetterinnen" führten sie mit ins Lager ab. Den alten Schulmeister hängten sie auf, doch brachen die "strickh", sodass er mit dem Leben davon kam. Die Schlacht von 1634 hat der Ortspfarrer in seiner Heimatstadt Nördlingen heil überstanden. 1635 und 1636 habe kein Mensch in der "Pfarr Unterringingen" wohnen können, "sondern sich hin und wieder in Städten und Pfalz-Neuburg, zu Höchstadt und an anderen Orten elendiglich aufhalten müssen". An anderer Stelle wird überliefert, dass Unterringingen von 1635-42 ganz menschenleer und verwaist gewesen sei. Erst 1642 konnte der Seelsorger wieder eine Gemeinde in Unterringingen sammeln. Angehörige von 12 Ungerringinger Familien - vorwiegend junge Leute beiderlei Geschlechts - kehrten damals wieder in ihre Heimat zurück.

*) siehe auch Chronik Grafschaft Oettingen

Unterringingen ist Sitz einer alten Pfarrei (bereits 1247 wird erstmals ein Pfarrer von Unterringingen genannt). Der Kirchensatz war alt-oettingischer Besitz und kam durch Schenkung 1313 an die Johanniterkomturei Kleinerdlingen. Im Jahre 1556 wurde in Unterringingen, das seit Mitte des 16. Jahrhunderts zur Grafschaft Oettingen gehörte, die Reformation eingeführt. Der Versuch der Durchführung der Gegenreformation 1631/32 blieb ohne Erfolg, so dass Unterringingen heute noch protestantische Pfarrei ist.
Kirchenpatron ist Laurentius, dem in spätrömischer Zeit gerne Kirchen geweiht wurden; in der Diözese Augsburg, aber auch in der 2. Hälfte des 10.Jahrhunderts als Folge des Sieges über die Ungarn auf dem Lechfeld am Laurentiustag
(10. August) 955. Wohl dieser zweiten Schicht dürfte hier der Titelheilige angehören. Die heutige Evang.-Lutherische Laurentiuskirche mit ihrem stattlichen Chorturm lässt vier Bauphasen erkennen: Die Chorturmkirche gehört wohl der zeit um 1400 an, wobei die Fundamente und der Unterbau des Turmes noch in romanische zeit zurückreichen. Der Turm
(33 m) erhielt 1590 seine heutige Gestalt. Das Kirchenschiff wurde 1847 nach Westen verlängert. Die um 1400 entstandene Deckenmalerei im Chor führt Christus in der Mandorla und die Evangelistensymbole vor. Bedeutsam ist der Epitaph für Hans von Diemantstein, gest. 1525, mit knieender Ganzfigur in Rüstung und der Schlossansicht von Diemantstein. Die letzte Außen- und noch mehr Innenrestaurierung wurde 1978-79 vorgenommen. 1997 fielen die jüngsten Putz- und Malerarbeiten am Turm an.- Der ehemalige Pfarrstadel von 1825 wurde zum Gemeindehaus der Kirchengemeinde umgebaut und am 01.12.1991 eingeweiht.

Pfarrkirche St. Laurentius

Die ersten Nachrichten zur Schulgeschichte gehen bereits in die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Bei der Visitation von 1565 wurde anerkannt, dass die "ganze Gemeinde und der Pfarrer dasselbsten" einen Schulmeister, der auch Messner sein muss, benötigt. 1575 wird bereits ein Schulmeister namentlich erwähnt. Schulhausbauten sind für die Jahre 1667 und 1715 überliefert. Die gestiegene Schülerzahl (1882: 106 Werktagsschüler) bedingte den Um- und Erweiterungsbau des Jahres 1883, bei dem das nächst der Kirche stehende Schulhaus einen zweiten, ebenfalls im Obergeschoss gelegenen Schulsaal erhielt. Eingeschult waren damals die Protestanten von Diemantstein, Leiheim, Oberringingen, Thalheim, Warnhofen und Zoltingen. In der Unterringinger Schule wurde bis 1982, zuletzt als Außenstelle der Grundschule in Amerdingen, unterrichtet. Die Grundschüler werden seither in Amerdingen beschult. Der Abriss des Schulgebäudes erfolgte 1997, um einer Friedhoferweiterung Platz zu machen.

Das erste Flurbereinigungsverfahren stand im Zusammenhang der Begradigung der Kessel von Zoltingen bis Diemantstein. Aus der Gemarkung Unterringingen waren 16,2 ha eingelgt. Am 30.04.1914 schloss die Maßnahme mit der Schlussfeststellung ab. Das Verfahren Unterringingen II kam am 14.08.1957 zur Anordnung. Die Besitzeinweisung in die 150 ha bereinigte Fläche erfolgte zum 20.09.1963. Im Zuge der Flurbereinigung wurden Windschutzhecken und Feldgehölze gepflanzt.

 

 

Quelle:
Der Landkreis Dillingen a.d.Donau
  > in Geschichte und Gegenwart <
Herausgegeben vom Landkreis Dillingen a.d.Donau.
3. Neubearbeitete Auflage
Im Selbstverlag des Landkreises Dillingen 2005


Nach Unterringingen waren unmittelbar nach der Reformation alle Protestanten des Kesselthals eingepfarrt und hieß vulgo "die obere Pfarrei" zum Gegensatz der untern katholischen Pfarrei Bißingen. Diese Gemeinde zählt 204 Einwohner fast lauter Protestanten. Katholiken zählt man nur 2-3 Familien. Aus den vorhandenen schriftlichen Quellen geht zwar die Zeit der Entstehung dieser Pfarrei nicht hervor, allein aus der im Munde des Volkes sich erhaltenen Eintheilung des Bezirks in "obere" Unterringingen und "untere" Bißingen Pfarrei ist offenbar, daß diese Pfarrei vor uralten Zeiten sei gestiftet worden; was auch aus schriftlichen Documenten hervorgeht, indem nach den Pfarrakten Litt.3 schon im Jahre 1271 ein Vermächtniß des von jeher nach Unterringingen eingepfarrten Kümmertshofes erwähnt ist. Von Merkwürdigkeiten hat Unterringingen nur sein schönes Geläute aufzuweisen. Die große Glocke ist von besonderem, lieblichen Klange und trägt die Umschrift:

"Zu Gottes Wort, zum stillen Grabe,
ruft dieser Glocken Klang.
Wohl dem, der im Herzen findt
durch Glock und Grab den rechten Himmelsgsang."

Quelle:
Volks- und landeskundliche Beschreibungen aus dem Landkreis Dillingen
Die Physikatsberichte der Landgerichte
Bissingen, Lauingen, Dillingen und Wertingen
(1858-1861)
Georg Simnacher zum 70. Geburtstag
Bearbeitet von Gerhard Willi
Wißner - Verlag Augsburg



Ein Kriegerdenkmal an der Ostseite der Kirche erinnert an die Gefallenen beider Weltkriege
.
Kriegerdenkmal /Bild:S.Ganzenmüller

 

Die Dorfschmiede 1927
Dorfschmiede 1927
Die Dorfschmiede Müller war bis zum Jahre 2006 in veränderter Form erhalten.
1953 kam eine Tankstelle dazu.

frühere Raiffeisenbank mit Lagerhaus/Foto:Bußer

Diese Raiffeisenbank mit Lagerhaus wurde Anfang der sechziger Jahre gebaut, sie wird heute anderweitig genutzt. Ein neues Gebäude beherbergt jetzt die Zweigstelle der Raiffeisenbank Bissingen.

Gastwirtschaft Lamm /Foto:A.Meyer
Die Gastwirtschaft Lamm heute

 

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